8 9 Reliquien – Knochen oder Gegenstände aus dem Besitz von Heiligen – waren von Beginn an begehrte Objekte auch für Freckenhorst. Im 11./12. Jahrhundert setzte zudem eine intensive Kreuzverehrung ein. 1312 wurde zum ersten Mal eine Kreuzreliquie in Freckenhorst erwähnt. Im 13./14. Jahrhundert entwickelte sich dann sogar eine Wallfahrt zur Verehrung des Heiligen Kreuzes. Deshalb wurde die Kirche im 13./ 14. Jahrhundert auch vorübergehend als ecclesia sanctae crucis (Kirche des Heiligen Kreuzes) bezeichnet. Die Äbtissin Katharina von Frankenstein förderte die Kreuzverehrung in besonderem Maße, indem sie die Bruderschaft zum Heiligen Kreuz förderte. Die dazugehörige originale Urkunde von 1350 befindet sich heute in der Stiftskammer. Nachdem die Kreuzreliquie im 16. Jahrhundert infolge der Reformation verloren gegangen war, wurde die Tradition der Kreuzverehrung erst wieder aufgenommen, nachdem es der Äbtissin Francisca Antonetta von Westerholt zu Lembeck gelungen war, eine neue Reliquie vom Heiligen Kreuz zu beschaffen. Die Kreuzreliquie wird nicht in der Stiftskammer gezeigt, sondern befindet sich in der Kirche in einem steinernen Turm an der Seite des Choraufgangs. Kreuzverehrung in Freckenhorst
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